Neurodermitis – individuelles BehandlungsKonzept

Bausteine für ein individuelles Behandlungskonzept bei Neurodermitis

Eine individuell abgestimmte Neurodermitis-Therapie kann zahlreiche unterschiedliche Bausteine umfassen:

Basispflege

Neurodermitis-Haut benötigt regelmäßige Pflege, auch wenn die Haut gerade nicht entzündet ist. Die Basispflege sollte rückfettend und feuchtigkeitsspendend sein, um die Hautbarriere zu stärken und zu schützen.

  • Je trockener die Haut und je kühler das Wetter ist, desto fetthaltiger sollte das Pflegeprodukt sein. Je entzündeter die betroffene Hautregion während eines Schubs ist und je sommerlicher das Wetter, desto wasserhaltiger sollte das Produkt sein. Nutzen Sie die kompetente Beratung in der Apotheke für die Auswahl.
  • Glycerin und Milchsäure spenden der Haut Feuchtigkeit. Ceramide, Squalan und andere hautverwandte Lipide ersetzen die fehlenden hauteigenen Fette.
  • Meiden Sie Duftstoffe, Wollwachs, Lanolin oder andere häufige Allergene sowie Konservierungsstoffe, da diese Inhaltsstoffe die Haut reizen bzw. schädigen können.
  • Alle verwendeten Hautpflegemittel sollten für Neurodermitis ausgewiesen sein.
  • Die Basispflege sollte mindestens 2-mal täglich (morgens und abends) angewendet werden. Die Präparate trägt man 3- bis 6-mal täglich auf. Es wird stets der ganze Körper behandelt.

Behandlung der akuten Symptome

Kommt es trotz regelmäßiger Basispflege und der Vermeidung der Auslösefaktoren zu einem Schub, müssen die akuten Symptome wie Juckreiz, Rötung, Trockenheit behandelt werden.

  • Geeignet sind Ectoin-haltige Präparate (z.B. Dermaveel), Glukokortikoide oder Calcineurin-Inhibitoren.
  • Die individuelle Behandlung sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, v.a. bei Verwendung von Präparaten, die Glukokortikoide oder Calcineurin-Inhibitoren enthalten.
  • Halten Sie sich bezüglich Art und Dauer der Therapie an die Empfehlungen des Arztes. Er erstellt mit Ihnen ein individuelles Therapiekonzept.
  • Glukokortikoidhaltige Präparate sollten nur zeitlich begrenzt angewendet werden, da sie die Haut schädigen können!


Vorbeugung und Behandlung von Superinfektionen

  • Eine häufige Komplikation bei Neurodermitis ist die Infektion der betroffenen Hautstellen durch Bakterien, Viren oder Pilze. Es entsteht eine sogenannte Superinfektion.
  • Krankheitserreger können z.B. durch Kratzen in die ohnehin schon geschwächte Hautbarriere eindringen. Zur Vorbeugung sollte also möglichst der Juckreiz gelindert werden. Dadurch reduziert sich das Kratzen und die Hautbarriere wird gestärkt.
  • Eine Superinfektion muss unbedingt ärztlich behandelt werden, um schwerere Komplikationen zu vermeiden.

Proaktiver Schutz

Proaktiver Schutz der häufig betroffenen Hautareale durch zielgerichtete Behandlung:

  • Eine proaktive Behandlung bedeutet, dass in der schubfreien Zeit die Regeneration und die Stabilisierung der Haut aktiv unterstützt werden – mit dem Ziel, die Haut zu schützen und widerstandsfähiger zu machen.
  • Hautstellen, die häufig durch einen Neurodermitis-Schub betroffen sind, werden auch in der schubfreien Zeit mit einem geeigneten Präparat behandelt. Ectoin-haltige Präparate, wie z.B. Dermaveel, sind hierfür sehr gut geeignet.
  • Einem Schub wird durch die Stärkung der Hautbarriere aktiv entgegengewirkt.