Neurodermitis – Juckreiz, Rötung und Trockenheit

Neurodermitis und Ekzeme – was bedeutet die Erkrankung für Betroffene?

Die gesunde Haut bewahrt den Körper wie eine Barriere vor dem Eindringen von Fremdsubstanzen. Gleichzeitig schützt sie ihn vor dem Austrocknen (Abb. 1a). Diese doppelte Barrierefunktion ist bei Neurodermitis (auch atopische Dermatitis genannt) und anderen Ekzemen gestört. Die Haut ist nicht in der Lage, den schützenden Fettfilm und die feuchtigkeitsbindenden Stoffe zu produzieren, die für eine gesunde Hautbarriere benötigt werden. Die Zellen der Hornschicht der Haut schrumpfen durch den Wasserverlust, so dass zwischen ihnen „Lücken“ entstehen (Abb. 1b). Wichtige hauteigene Fette gehen verloren. Durch diesen verminderten Schutz können Allergieauslöser, die normalerweise abgefangen werden, in die Haut eindringen. Es kommt zu einer schubweisen, wiederkehrenden Entzündung der Haut.

Das Hauptsymptom bei Neurodermitis ist ein extremer Juckreiz. Unvermeidlich muss sich der Betroffene kratzen, wodurch die Haut schnell zusätzlich geschädigt wird. Weitere Anzeichen sind Trockenheit, Rötung, Nässen, Knötchen und Pusteln, Schuppung sowie Krustenbildung der Haut.

Gesunde Haut

1a) Gesunde Haut mit intakter Barrierefunktion, die vor schädigenden Einflüssen schützt

Geschädigte Haut

1b) Geschädigte Haut, z.B. durch entzündliche Hauterkrankungen, falsche Pflegeprodukte und Witterungsbedingungen

Vielfältige Entstehungsfaktoren

Bei der Entstehung von Neurodermitis spielen verschiedene vielfältige Faktoren eine Rolle, zum Beispiel verschiedene Umweltreize, wobei die genauen Zusammenhänge noch nicht geklärt sind. Wichtig ist aber vor allem die familiäre Veranlagung: Neigen die Eltern zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems auf Umweltreize, haben die Kindern ein erhöhtes Neurodermitis-Risiko.

Familiäre Veranlagung

Es ist davon auszugehen, dass genetische Faktoren bei der Entstehung der Neurodermitis eine erhebliche Rolle spielen. Vererbt wird allerdings nicht die Erkrankung selbst, sondern die Veranlagung. Somit entscheiden letztlich Umweltfaktoren darüber, ob eine etwaige Veranlagung zu Neurodermitis führt.

Ist nur ein Elternteil von Asthma, Neurodermitis oder allergischem Schnupfen betroffen, beträgt das Erkrankungsrisiko für Neurodermitis des Kindes bis zu 50 Prozent.

Sind beide Elternteile von Asthma, Neurodermitis oder allergischem Schnupfen betroffen, erhöht sich das Erkrankungsrisiko für Neurodermitis des Kindes auf bis zu 75 Prozent.


Umweltfaktoren / Provokationsfaktoren

  • Allergene und Krankheitserreger
  • Zu langes/warmes Duschen und Baden, Wasserhärte
  • Hautirritierende Kleidung
  • Inhaltsstoffe in Reinigungs- und Körperpflegeprodukten
  • Konservierungs- und Farbstoffe in Lebensmitteln
  • Umweltgifte (z.B. Ozon, Zigarettenrauch, etc.)
  • Trockenes und kühles Klima sowie Feuchte, Wärme, Schwüle, Schweiß
  • Hormone und seelische Faktoren (z.B. Stress, Prüfungsangst, etc.)

Gute Chancen auch bei erhöhtem Risiko

Auch wenn Sie oder Ihr Kind ein familiär erhöhtes Risiko für Neurodermitis haben, muss es nicht in jedem Fall zur Erkrankung kommen. Mit der richtigen Basispflege und entsprechendem Verhalten können viele Menschen vor einem Ausbruch der Krankheit geschützt werden. Durch Meiden der verschiedenen Auslöser kann oft die Zahl bzw. die Schwere der Schübe verringert werden.

... Hautbarriere proaktiv stärken!

Die wichtigste Maßnahme ist, die Hautbarriere zu stärken – das geschieht durch konsequente, dauerhafte Pflege und eine proaktive Therapie. Bei der proaktiven Therapie werden häufig betroffene Hautareale zielgerichtet behandelt, um einem Schub aktiv entgegen zu wirken.